7. August 2011

Kurz zusammengefasst


Meine Lieben

Der letzte Blog ist ja schon 'ne Weile her und wir haben einiges erlebt, alles schon weit weit weg, aber ich versuch mich zu erinnern: Endlich war es soweit und unser Ford, Edition Eddie Bauer, war wieder auf Fordermann! Der Propeller des Kühlers wurde ausgewechselt (so dass er nun wie ein Rennauto tönt), genauso wie das Getriebesteuergerät und das Abgasrecyclingteil, zudem wurde das Getriebe gereinigt und ein neuer Filter eingebaut, die Bremslichter ersetzt und sonst noch ein paar Kleinigkeiten gemacht, die uns insgesamt wieder ein kleines Vermögen gekostet haben. Guten Mutes verliessen wir Puerto Escondido und fuhren nach Barra de la Cruz, einem kleinen Ort mit vielversprechenden Pointbreak Waves. Dort verbrachten wir zwei Nächte in einem sehr simplen Zimmer und gingen früh morgens mit nur wenig anderen Surfhungrigen ins Wasser, erfrischend. Im Laufe des Tages fanden doch einige Wellenreiter den Weg zu diesem abgeschiedenen Dörfchen. Weiter gingen wir nach Salina Cruz, wo uns weitere Strände mit Wellen auch für Anfänger erwarten sollten. Als erstes suchten wir Playa Ventosa auf. Da gab es aber leider weder Wellen noch ein schönes Restaurant, dafür sahen wir die Raffinerie aus direkter Nähe, die Salina Cruz viele Arbeitsplätze verschafft. Die Arbeiter dieser Raffinerie laufen in orangen Overalls rum und werden deshalb „Zanahorias“ genannt, Karotten! Über Umwege fanden wir dann Playa Azul und Playa Brasil. Bevor wir diese wunderschönen Strände jedoch geniessen konnten, halfen wir einer Familie aus dem Sumpf. Die sind mit ihrem Käfer nämlich stecken geblieben und versuchten bereits seit zwei Stunden aus dem Schlammassel zu kommen. Dank unserem 4x4 Low zogen wir die vier ruckzuck aus dem Dreck! Die Freude war gross, erholte sich aber schnell wieder, als wir bemerkten, dass der 4x4 Low-Modus nicht mehr rausging und das Getriebe demzufolge litt – unser Timing war zudem super: Freitagabend und alle Garagen zu. Im Schneckentempo fuhren wir nach Salina Cruz zurück und nisteten uns in einem der wenigen, aber gemütlichen Hotels ein. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Taxi zur Playa Azul, die es uns besonders angetan hatte und wo wir dank dem Wind wohl auch hätten Kiten können. Weil sich Maurus aber eine hartnäckige Ohrenentzündung in Puerto Escondido geholt hatte, nahmen wir das Kite Material nicht mit, sondern erkundeten die Dündenlandschaft mit einem Quad (Vierradmotorrad) sowie den weitläufigen Strand.  Dort entdeckten wir viele tote Schildkröten. Die Locals meinten, diese werden von Schiffen angefahren und dann an Land gespült. Da diese Strände null touristisch sind, räumt auch niemand die Kadaver weg. Und von Hunden wurden wir verfolgt, die ihr Revier verteidigten. Was die Krebse nicht machten, die rannten alle ganz schnell in ihre Löcher, als sie uns anbrausen hörten. Das sah echt lustig aus, im Gegensatz zu den verwesenden Schildkrötenpanzer.

Am Montagmorgen fuhren wir als erstes in die Ford Garage und hatten innerhalb kürzester Zeit eine ganze Horde Mechaniker um unseren Ford rum, die spekulierten was der Arme wohl für eine Krankheit hat. Irgendwann wurden zwei Spezialisten bestellt: Vater und Sohn, die vertrauenswürdig erschienen und eine Ahnung hatten. Gemeinsam wurde entschieden, dass der Motor, der den 4x4 Modus steuert, ausgewechselt werden muss. Allerdings brauchte dieses Ding einen Tag, bis es von Mexico City nach Salina Cruz gebracht wird, genauso wie die Fensterknöpfe, die Francisco dann doch nicht organisieren konnte. In der Zwischenzeit suchten wir in Salina Curz einen Notar auf, der unsere Kaufpapiere nochmals verifizieren sollte. Von verschiedenen Seiten haben wir nun den Link erhalten, dass es wohl besser ist, noch einen amtlichen Stempel zu haben. Der Schwiegersohn des Notars, der in seinen jungen Jahren Bürgermeister von Salina Cruz war, wurde beauftragt uns zu unterhalten, während unsere Papiere ausgestellt wurden. So erfuhren wir ein bisschen mehr über das hiesige Leben, allerdings schien die Familie zu den reicheren dieser Gegend zu gehören und es gehört wohl zur Ausnahme ein Jahr in den USA studieren zu können und nur von 9.00 bis 16.00 Uhr zu arbeiten.

Neben vielen Moskitos (Maurus leidet mehr unter den Angriffen als ich, wohl weil er süsser ist!) plagten uns "Schuldgefühle": Wieso hatten wir den Wagen nicht besser kontrolliert beim Kauf? Anderseits tauchten die Probleme ja schön eins nach dem anderen auf und in der Garage in Cancún hatten die Tallers (Mechaniker) ja nur die defekten Bombinas erkannt und somit konnten wir uns also nicht wirklich was in die Schuhe schieben – abgesehen davon laufen wir sowieso nur in Flipflops rum, was die Angriffsfläche für Moskitos noch grösser werden lässt. 
Vielleicht hatten wir unserem Ford zu wenig Liebe gegeben? So entschlossen wir uns, ihn offiziell zu taufen: Wir suchten eine gemütliche Restaurantbar und einen passenden Namen: Eddie Sorpresito Power. Nach ein paar Bier und lecker Essen (wir sind mittlerweile Guacamole Spezialisten!) liessen wir uns zum Hotel chauffieren, wo ich dann feststellen musste, dass unsere gemeinsame Kasse fehlte: Ich hatte sie offensichtlich liegengelassen. Da wir uns bis anhin immer sehr sicher gefühlt hatten, war ich überzeugt, das schwarze Ding plus Inhalt (natürlich hatten wir an diesem Abend so viel Geld in dem Portemonnaie wie sonst nie) wiederzukriegen. Leider nein. Niemand hat’s gesehen. Pech gehabt und der Verlust verkraftbar, da es sich nur um reines Bargeld und keine Karten handelte.

Am nächsten Tag war Eddie Sorpresito Power ready to drive – abgesehen davon, dass nun der 4x4 Low trotzdem nicht mehr ging. Um dies zu reparieren, mussten wir zu einem Spezialisten in Tuxtla, was quasi auf dem Weg nach Guatemala war, was schon seit längerem unser Ziel war. Abends kamen wir da an, verschafften uns ein Bild dieser lebhaften Stadt und gingen am nächsten Morgen früh in die Ford Garage. Da liessen wir Eddie mal wieder alleine und gingen frühstücken während die Mechaniker eine Diagnose machten, leider aber keine konkreten Probleme fanden. Langsam hatten wir die Nase voll, denn eigentlich wollten wir an inspirierenden Orten sein und was erleben, nicht in Ford Garagen rumhängen. San Cristobal de las Casas schien der richtige Platz zu sein und noch am selben Tag erreichbar. Ich war begeistert: Eine echt charmante Stadt mit vielen kleinen Cafés und Märkten sowie traditionelle Frauen und Kinder, die auf der Strasse ihre kleinen Kunstwerke verkauften – was einerseits interessant war, anderseits aber auch ein grosser Gegensatz zu den oft wohlhabend geführten Restaurants und Shops. Wir verbrachten einen abwechslungsreichen Nachmittag und Abend in dieser bezaubernden Stadt wodurch wir für die Weiterreise nach Guatemala am nächsten Tag gewappnet waren. Da sind wir vorvorgestern wohlauf angekommen und checken grad Antigua aus. Die Frage ist, wie lange noch, denn keiner der cajeras will uns Geld geben und wohl bemerkt, gemeinsam haben Maurus und ich neun verschiedene Kredit- und EC-Karten.

Ciao adios bye

Flavia

3 Kommentare:

  1. hey ihr arme, de eddie schint ja es recht zickigs chäreli z sii! Viel glück, und hoffe ihr chömed au gly zu geld :-) Da wirds gly wider wärmer, all freued sich ufde summer! De Gabi und ich mached am weekend en kajakkurs ufem rhi = Mini-Ferien :-) liebi grüess!

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  2. @tabea: eddie geht's dank viel streicheleinheiten grad ganz gut. ui, für kajaken musst dann aber auch wasserfest sein, nicht? viel spass auf jeden fall und liebe grüsse an brad pitt!! liebi grüess zrugg!

    @smörrebröd: wer bist du denn? :-)

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