10. August 2011

Kurz Trip


Meine Lieben

Mexiko ist so gross und bietet so viel, dass wir problemlos unsere fünf gemeinsamen Monate dort hätten verbringen können. Wir haben ja aber was anderes vor und deshalb war es nach knapp fünf Wochen definitiv Zeit weiterzuziehen. Wie bereits erwähnt war das nächste Land auf unserem Pazifikküstenplan Guatemala und wir waren gespannt auf den Grenzübergang: Werden unsere Autopapiere akzeptiert? Aber ja doch! Und so liessen wir den bunten Markt und das geschäftige Treiben der Grenzbewohner auf uns wirken bevor wir weiterfuhren. Neugierig werweissten wir was wohl die Unterschiede zu Mexiko sind, die uns als erstes offensichtlich auffallen: Die Häuser waren nicht mehr mit dem Corona Schriftzug und Farben bemalt sondern blau mit dem weissen Schriftzug eines hiesigen Mobilnetzbetreibers. Und Maurus war hellbegeistert, dass es keine Topes gibt, jedoch tauchten diese irgendwann doch auf und zwangen ihn zwischendurch die Geschwindigkeit zu drosseln. Was ich hingegen ganz nett fand, so konnte ich die pittoreske Landschaft sowie die kleinen versteckten Dörfchen auf den Hügeln und deren Bewohner für ein paar Sekunden mehr geniessen. Je mehr wir in Richtung Ciudad de Guatemala resp. Guate kamen, desto mehr fielen uns die vielen verschiedenen politischen Plakate auf und irgendwann realisierten wir, dass es sich wohl um die Präsidentenwahlen handeln muss sowie dessen Stellvertreter und/oder Sekretär. Wie wir im Nachhinein erfuhren, finden diese im November 2011 statt, aber bereits jetzt wird unglaublich tüchtig auf der Strasse mit farbigen Shirts und Giveaways lobbiert und ganze Häuser sind in den Farben und mit dem Logo der Lieblingspartei bemalt. Der Weg nach Guate war allesamt gut konstruiert und so konnten wir problemlos durchfahren: Bereits in Mexiko trafen wir insgesamt bessere Strassen an als wir erwarteten, es wird wohl viel Geld und Effort in die Infrastruktur investiert. Trotzdem kamen wir erst im Dunkeln an und suchten unser Hotel mindestens eine Stunde lang. Aber nicht weil’s finster war und es in Guatemala so gut wie keine grosse leuchtenden Schilder an den Gebäuden gibt (nicht mal Mc Donalds erkennt man von weitem!). Guate hat über eine Million Einwohner, also ziemlich gross und das Gridsystem der Strassennamen nicht nur übersichtlich. Dank der Suche konnten wir uns dafür bereits ein bisschen ein Bild der Stadt machen, was uns ausreichte und gingen erschöpft aber zufrieden essen. Ironischerweise landeten wir in einem mexikanischem Restaurant, realisierten dies aber erst, als wir bereits die Menüs in der Hand hatten. Da die Gastrobetriebe in Guatemala allgemein nicht ewig aufhaben resp. in der Regel um spätestens 22.00 Uhr schliessen, mochten wir keinen anderen Ort aufsuchen und kriegten doch noch was zu futtern, was wir nicht schon kannten: Vor uns zubereitete Salsa!

Am nächsten Morgen brachen wir auf um an die Küste zu fahren. Trotz des Vorabends haben wir das Verkehrschaos in Guate (an Wochenenden) unterschätzt und brauchten bestimmt zwei Stunden und sechs Anfragen und einiges an Nerven um auf den richtigen Highway zu gelangen. Und da auch Guatemala nicht mit Ortsangaben und Richtungsschildern übersät ist und ich die wenigen, die’s dann trotzdem gibt eben nicht seh oder grad ein Nickerchen gemacht hab (wie fies, ich weiss, aber mit Sonnenbrille sieht’s Maurus nicht), haben wir’s geschafft im Kreis nach Puerto San José zu fahren. Wir haben also geschlagen doppelt so lange zu haben als normal und konnten unser Missgeschick selbst kaum fassen, im Nachhinein aber drüber lachen. Puerto San José ist ein äusserst lebendiges Dorf und wird an den Weekends auch häufig von Guates aufgesucht – auch wenn der Strand nichts Spezielles ist (ja, ich weiss, ich geb’s ja zu, ich bin verwöhnt!) und auch zum Surfen hat’s Maurus nicht überzeugt. Also sind wir weitergefahren, nach Itzapa. Auch dies wieder ein waches Dorf mit so gut wie keinen Touristen und nur einfachen Hostels, genaugenommen glaub nur zwei. Zum Glück konnten wir da trotzdem mit unseren letzten Dollars bezahlen. Dank dem Retourgeld konnten wir essen gehen, denn bis anhin hatte uns noch kein Bankautomat Geld gegeben, egal mit welcher Karte und welchem Betrag wir’s versucht hatten. Maurus und ich sind allerdings noch immer Anfänger und sind dieses Geld im Restaurant auch gleich wieder losgeworden weil wir uns kein Menü zeigen liessen und einfach gutgläubig sind. Wir buchen das ein bisschen unter Entwicklungshilfe ab, es war ja nicht das erste mal. Leider war Surfen auch in Itzapa nicht angesagt und es schien nicht wirklich Spots im Umfeld resp. an der ganzen guatemaltekschen Küste zu geben, die es Wert waren zu besuchen um Wellen zu reiten - und ich wollte endlich mein Surfboard einweihen. So machten wir uns auf den Weg nach Antigua, was ich mir so ähnlich vorstellte wie San Cristobal de las Casas, da es ebenso on Highlands gelegen ist und dementsprechend angenehm kühl. Dies vor allem auch wenn es regnet. So besuchten wir eine Fotogalerie, einen schönen lokalen Handwerkmarkt für Touristen sowie einen überdachten Allerleimarkt für jedermann, wo wir eine Albino Guatemalasin in traditioneller Kleidung sahen – nein, ich hab nicht gestarrt! Zudem liessen wir die Zeit in einem der vielen einladenden Kaffees verstreichen resp. spielten mal wieder Billard und suchten uns ein gemütliches Hotel. Mittlerweilen konnten wir’s uns nämlich wieder gut gehen lassen, wir hatten per Zufall die einzige Bank gefunden, die Pesos in Quetzales wechselt und dies an einem Sonntag. Der Geldwechselgangster an der Grenze hatte uns zwar gesagt, dass man in Guatemala so gut wie nirgendwo Pesos wechseln kann, aber für einmal dachten wir, wir fallen nicht auf diese Tricks rein. Da die Quetzales aber auch nicht ewig ausreichten und wir nicht überall mit Visa bezahlen können – und Maurus von Zancudos (Sandflöhen) aufgefressen wurde (weil er eben definitiv süsser ist als ich!), haben wir Guatemala nach nur drei Nächten bereits wieder mit vielfältigen Impressionen verlassen um nach El Salvador aufzubrechen. Nun stimmt also auch das Blogbild, auch wenn damit wohl eher der Erlöser gemeint ist. Und auch sonst können wir uns nicht beklagen und geniessen unsere Zeit mit Eddie, der momentan schön fährt und die leuchtenden Lämpchen ignorieren wir schön brav.

Ciao Adios Bye

Flavia

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