30. Juni 2011

Bali

Meine Lieben

Meine Woche auf Bali widerspiegelt sozusagen ein bisschen meine ganze Reise: Abwechslungsreich und irgendwie zu kurz! Aber ich habe einen guten Mix sowohl aus Natur als auch Kultur und Party erlebt, Sonne und Regen genossen, viele interessante mir bekannte Gesichter wieder getroffen, verbrachte auch einen Abend alleine und liess die Eindrücke auf mich wirken...

Aber von vorne: Als erstes bin ich nach Sanur gefahren, das liebenswerterweise auch Snor genannt wird, weil nichts passiert und viele ältere Menschen ihren letzten Lebensabschnitt da verbringen, so scheint es zumindest. Der Strand ist irrsinnig lang und windig, so sehr, dass ich Kiter gesehen habe und praktisch niemanden im Bikini. Aber ich bin ja auch nicht zum sonnen dahin sondern um Beth definitiv Aufwiedersehen zu sagen, da es ihr letzter Abend in Indonesien war. Am nächsten Tag bin ich nach Ubud weitergezogen, wo mich die künstlerische Seite von Bali erwartete. So habe ich mir an meinem ersten Abend eine balinesische Tanzshow (resp. Kechak und Feuertanz) angeschaut, die mir noch besser gefallen hat als diejenige in Yogya. Insbesondere die ca. 40 Männer aus jeglicher Altersklasse, die sich in so eine Art Trance gesungen haben, fand ich faszinierend – wenn auch die Laute nicht wirklich klangvoll war.
Weil ich endlich Reisfelder sehen wollte und nicht alleine Scooter fahren sollte, habe ich für den nächsten Tag einen Guide gebucht, der mich rund um Ubud fuhr. Natürlich gehörten da auch Tempelanlagen dazu und der Lake Batur sowie die Besichtigung einer Kaffeeplantage, die es mir besonders angetan hat. Wieder zurück in Ubud checkte ich meine Mails und las, dass Esme ebenfalls hier ist. Somit verbrachten wir einen gemütlichen Abend zusammen, erzählten das Erlebte und ich liess mich überzeugen, am nächsten Morgen um 7.00 Uhr mit ihr ins Yoga zu gehen bevor wir den Monkey Forrest besuchten. Der Lehrer hat sein bestes gegeben und ich habe zum ersten Mal richtig begriffen, dass nicht das Beherrschen der Verrenkungen das Ziel ist, sondern das „bei sich selbst sein“ durch konzentriere Atmung. Yoga wird wohl aber nie mein Ding. Und so habe ich Matt kontaktiert, der mir anerboten hatte, mich auf dem Scooter durch Bali zu fahren - weil er wohl eingesehen hat, dass ich meiner Umwelt und mir viel Gefahr zumuten würde, wenn ich dies alleine tue plus hat er selbst auch noch rein gar nichts von Bali gesehen ausser Kuta. Nach einem Partyabend in Kuta sind wir also planlos nach Westen gefahren und haben erstmals durch Umwege den Wassertempel Tanah Lot aufgesucht. Ein echter Reinfall! So viele asiatische Touristen auf einen Schlag - und Tempelanlagen hatten wir definitiv schon beeindruckendere gesehen, weiter ging’s... Da unsere Helme keine Windschutzscheiben hatten, und uns wohl bei einem Unfall auch nicht wirklich geschützt hätten, konnten wir nur fahren solange es hell war und wir die Sonnenbrillen als Schutz tragen konnten. Kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir Medewi, fanden eine Bleibe und gingen früh pennen. Am nächsten Tag erwartete uns nämlich eine weite Strecke und da Sonntag war, mussten wir für die Durchquerung von Nord nach Süd resp. zurück nach Kuta mit Verkehr rechnen. Ach ja, da Matt fahren musste, bestand er darauf, dass ich die Navigation übernahm. Kartenlesen kann ich zwar, Strassenschilder zu sehen fällt mir jedoch schwer und so haben wir erst in Lovina bemerkt, dass wir an den Hot Springs schon lange vorbei gefahren sind... Da wir gut in der Zeit waren, fuhren wir wieder zurück und gingen mit den Locals in der heissen Quelle baden. Viele Westler hat’s nämlich im Westen von Bali nicht, da trifft man nur vereinzelte Touristen an. Die Landschaft ist rauer, die Strände durchaus schön, aber wilder und die ganze Infrastruktur weniger ausgebaut. Wir erhielten also durchaus noch ein anderes Bild von Bali, nicht besser oder schlechter, einfach anders. Und es hätte sich durchaus gelohnt mehr Zeit da zu verbringen und das andere Leben in Bali kennen zu lernen. Als wir dann die Küste verliessen um in Richtung Süden zu fahren, wurde es kalt und nebelig und irgendwann regnete es gar. Wir waren klitschnass und suchten Unterschlupf in einem Restaurant bis der Regen vorbei war. Was wir grad erlebten war keinesfalls das Bali wie man dies erwarten würde, die Locals schienen jedoch vorbereitet, alle hatten ihre Pelerinen dabei. Irgendwann fuhren wir weiter und meine Vorhersage war richtig: In Kuta angekommen, schien die Sonne wieder. Wir erfrischten uns kurz um dann den letzten Abend von Nadja, Lisa und Kumaran zu feiern. Am drauffolgenden Tag gingen Matt und ich Katerfrühstücken und warteten auf die Sonne, doch die kam nicht. So holte ich nochmals viel Geld aus dem ATM um mein imaginäres Budget noch mehr zu strapazieren: Shopping! Und dann kam Wietske an. Der Kreis schloss sich also wieder: Meine Reise startete und endete mit ihr, was besseres hätte ich mir nicht vorstellen können und ihre Love Story haut mich nach wie vor um!

Einmal mehr sagte ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge bye bye. Die zwei Monate in Thailand, Malaysia und Indonesien waren fantastisch! Ich habe viel erlebt und meine Zeit definitiv genossen. Nun aber freue ich mich tierisch auf die Reise mit Maurus, die uns definitiv ab von Touristenwegen führt und oft ins Wasser! Aber vorerst verbringe ich ein bisschen Zeit in Zürich und dachte eigentlich, hier sei Sommer...

Ciao adios bye

Flavia

21. Juni 2011

Komodo und Flores


Meine Lieben

Mal wieder völlig übernächtigt ging unsere Boots-Reise nach Komodo und Flores los: Nachdem wir mit der Fähre nach Senggigi fuhren, erwartet uns ein kleiner schöner Bus, der nah dies nah mit mehr Teilnehmenden und Proviant gefüllt wurde – sogar drei lebendige Hühner waren dabei weil’s auf dem Boot kein Kühlschrank gab und unsere Bintangs wurden mit Eis gekühlt, was natürlich im Laufe der vier Tage schmolz und wir dadurch irgendwann warmes Bier tranken, besser als keins. Als kein Sitz mehr frei war, stand fest, die vier Tage werden lustig, die Mischung der 13 Leute schien vielversprechend: Neben unserer bereits erwähnten Fünfergruppe waren da Nate und Tara, ein sympathisches Pärchen aus Kanada; Thea und Lakse, zwei liebenswerte girly Girls aus Dänemark; Caroline, das verrückte Huhn aus Österreich (in der letzten Nacht hat sie aus unerklärlichen Gründen eine Tour zu einer Chickenfarm gemacht und da zwei Hennen gekauft, eine echt unglaubliche Story!); Fabian ebenfalls aus Österreich, dessen Nachnamen mich noch immer zum Lachen bringt; Nachos und German, die beiden entdeckungshungrigen Spanier sowie Matt aus England, den ich bereits von der Rinjani Tour kannte und seit zwei Jahren unterwegs ist.

Als der Hafen in Sicht war, machte ich mich zuerst lustig: „ Bestimmt ist das kleine da unser Boot, hahaha!“ Es war dann tatsächlich unser Boot und nachdem wir uns alle einigermassen eingerichtet hatten, reichte der Platz schlussendlich aus, auf jeden Fall gemütlich. So gemütlich, dass unser Restaurant ohne Tisch und Stuhl in der Mitte des Bootes den Namen Jojo’s erhielt, also gleich hiess wie unser unterhaltsamer Guide. Und das Deck, wo wir die Sonne genossen, Shithead spielten und die Abende ausklingen liessen, wurde auf The Point getauft. Sogar Musik hatten wir! Kumaran brachte seine Gitarre mit und Nate grosse Erfahrung mit Open Mic singen. Auch Caro hatte eine kräftige Stimme sowie kleine Boxen mit Minimal Sound oder so dabei. Die Nächte verbrachten wir alle nebeneinander liegend mehr oder weniger schlafend, denn der Motor des Bootes war unglaublich laut und manchmal fuhren wir auch die Nacht durch. Unsere Hippies, Gandi und Caro, montierten ihre Hängematten und fanden darin ihre Ruhe.

Tags durch hielten wir an verschiedenen Schnorkelstellen mit wunderschönen intakten Korallenriffen und bunter Flossenwelt. Ich mag nun neben Schmetterlingen und Schafen auch Regenbogenfische. Mit den Waranen aka Dragons auf Komodo und Rinca konnte ich mich hingegen nicht richtig anfreunden. Die Viecher sind hässlich und faul, aber dennoch faszinierend und wenn sie sich dann mal bewegen, sind sie äusserst schnell. Und gefährlich, sie können mit ihrem Gift ganze Büffel stilllegen und sie sind fiese Kannibalen, wir haben trotzdem ein Baby Dragon gesehen. Einmal mehr fand ich insgesamt die Landschaft eindrücklicher als die Tiere, was mir aber von Vornherein bewusst war. Am schönsten fand ich den Wasserfall, den wir bereits am ersten Tag besucht haben und darin Erfrischung fanden. Das absolute Highlight für mich war aber insgesamt die Zeit auf dem schwankenden Boot, das habe ich bis anhin noch nie gemacht. Wir haben auf jeglichen Luxus verzichtet, hatten aber alles was wir brauchten um eine aussergewöhnliche Tour zu erleben. Nicht nur mir hat’s gefallen und so haben die meisten, das Angebot angenommen eine weitere Nacht auf dem Boot zu verbringen als wir in Labuanbajo auf Flores angekommen waren und eigentlich in ein Hostel hätten gehen können. Allerdings haben wir vorher in einem Hotel geduscht und mal wieder Western Food in einem leckeren Restaurant mit Live Music genossen. Weil Matt und ich den schlafenden Kumaran am Tag zuvor mit einen kalten Kübel Wasser auf dem Deck geweckt hatten, mussten wir abends in der Bar als Revange eine Tanzshow hinlegen, durch die wir auch noch am nächsten Tag erkannt wurden.

Am nächsten Tag – und meinem einzigen auf Labuanbajo – standen wir früh auf weil unser Boot für die nächste Tour vorbereitet werden musste. So hatten wir mal wieder einen ganzen Morgen um rumzuhängen, das alte Fischerdorf auf uns wirken zu lassen und Dinge zu erledigen bevor wir uns am Nachmittag ein Boot suchten, was uns zur Angel Island fahren sollte. was scheinbar die schönste Insel im Umfeld ist. Da niemand so richtig Lust hatte uns mitzunehmen oder uns einfach nicht verstand, nahmen wir schlussendlich das Angebot eines leicht betrunkenen Boot Besitzers an, insbesondere auch weil er gute Boxen auf dem Boot hatte. Nun, er hielt was er versprach: Der Halt bei der Insel war toll und der Sonnenuntergang mitten auf dem Meer bezaubernd. Zwischendurch gab es aber Situationen, in denen insbesondere die Mädels das Boot am liebsten sofort verlassen hätten, weil Käpt’n Jay das Selbstbewusstsein eines Mr. Perfect hatte und das Gefühl, die Welt gehöre ihm. Aber auch dazu tendierte agressiv zu werden wenn wir untereinander mal Deutsch sprachen oder ihm nicht die Aufmerksamkeit schenkten, die er gerne erfahren hätte. Wir verstanden es aber den Gigolo bei Laune zu halten und somit stiegen wir schlussendlich alle heil und erleichtert aus dem Boot aus um meinen letzten Abend auf Flores anzugehen – die anderen blieben länger.

Es gibt übrigens nicht nur in Medan Löcher in der Strasse sondern auch auf dem Flughafen von Labuanbajo. Also da gibt es eigentlich nur ein grosses, aber ich hab’s natürlich gefunden und bin vor den Augen vieler geschockter Locals direkt reingefallen. Nun schmerzt auch das linke Knie ein bisschen, aber zum Glück nicht so sehr, dass es mich behindern wurde. Per Zufall war dann auch Uli, den ich von Gili T. kenne, am Check-In und so konnte ich endlich über das Missgeschick lachen, auch wenn er’s natürlich schade fand, das Spektakel mit dem Backpack kopfüber verpasst zu haben.

Nun steht bereits meine letzte Woche an bevor ich wieder nach Züri flieg. Unglaublich wie die Zeit rennt!

Ciao adios bye

Flavia

20. Juni 2011

Gili Trawangan


Meine Lieben

Ui, ich bin noch immer am Schwanken! Nein, nicht weil ich zu viele Partys gefeiert habe, sondern weil ich grad vier Tage und Nächte auf einem Boot verbracht habe, das uns nach Flores gebracht hat. Da bin ich nun, in der Tree Top Bar mit bezaubernder Aussicht auf den Hafen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gili Trawangan ist wie aus dem Katalog im Reisebüro: Wunderschöne Strände und alle Leute sind glücklich. Ferienstimmung pur! Super touristisch, aber dennoch angenehm – obwohl sich nur 50 Meter hinter der „gebauten Restaurant- und Bar-Gardine“ einige heruntergekommene Häuser reihen und viele Locals in Baracken leben und sich ausschliesslich vom Tourismus ernähren. Ziemliche Gegensätze, die sich auch nicht einfach überwinden lassen und über die sich Stunden diskutieren lässt. Schlussendlich profitieren aber dennoch alle inkl. ich von dem verlockenden Angebot und geniessen einfach - denn während einem leckeren Essen bei Sonnenuntergang lässt sich schnell vergessen...

Da meine Suite für mich alleine doch bisserl zu viel Luxus war und ich mir ja auch sonst viel gönne, bin ich am nächsten Morgen losgezogen um mir eine einfachere Bleibe zu suchen. Nach grossem Umweg und Rauchpause im Bungalow von drei jungen Schweizermädels wurde ich schlussendlich fündig: Vier familiäre nigelnagelneue Bungalows mit Dusche unter freiem Himmel! Zudem hörte ich von weitem breites Berndeutsch: Patrice und Gabriel, zwei sympathische Studis, die ich sofort in mein Herz schloss. Abends zogen wir los um Hangover II im Freiluftkino anzukucken: same same but different then Hangover I. Und es wäre übertrieben zu sagen, dass ich mich an den Rest der Nacht nicht erinnere, aber es war definitiv lustig! Irgendwann liefen wir nämlich Nadja und Lisa über den Weg. Die beiden umwerfenden Schwestern aus dem grossen Kanton habe ich bereits mit Claudia auf den Perhentian Islands kennengelernt und dann per Zufall in KL auf einer Hintergasse wieder getroffen. Mit ihnen unterwegs waren auch Maria aus Deutschland sowie Martin und Silvan usem Rhintal in der Schweiz. Mit Maria habe ich schon in Yogya Bier getrunken, mit einem Australier, von dem wir beide nicht begeistert waren, was offensichtlich war, nun aber bestätigt wurde. Allerdings dauerte es ein paar Sekunden bis wir realisierten, dass wir uns tatsächlich schon kannten – die Welt ist bekanntlich klein, aber so klein?  Wie auch immer, nicht ganz nüchtern entschieden wir uns kurz vor dem Schlafengehen, in ein paar Stunden wieder aufzustehen um die Wellen auszuchecken, was wir auch taten: Voller Elan paddelten wir auf unseren Surfboards im Wasser. Bald schon versuchte ich die erste Welle zu rocken, auf der ich dann auch ein bisschen stand, obwohl mein Bein unheimlich schmerzte: Irgendein anderer Bloody Beginner wollte wohl dieselbe Welle wie ich und hat mit dem Board resp. mit den Finnen mein Bein gerammt. So war dann mein Surfversuch schnell beendet, eine mittlere Fleischwunde prangte direkt in meiner rechten Kniekehle sowie ein paar Striemen an meiner Wade. Die Wunden wurden zurück an Land sofort von ein paar Locals mit Pflanzenwunderheilmittel verarztet, was höllisch brannte. Zurück im Bungalow halfen mir Patric und Gabriel fachmännisch ein Pflaster an die schmerzende Stelle zu kleben (danke Jungs!) während Kumaran Gitarre spielend neben uns auf der Veranda sass und sich unserer Gruppe anschloss. Kumaran ist aus Neuseeland, hat jedoch Srilankerische Wurzeln, wird bald als Anwalt in London arbeiten und hat eine der schärfsten Bräute der Insel abgekriegt. Die meisten Tage verbrachten wir nach Ausschlafen und Frühstücken quatschend und lachend in einem hübschen Bungalow am Strand und tranken Bananen-Orangen-Saft (Patrice hat’s erfunden, gell!) um uns auf die bevorstehenden Abende vorzubreiten. Ich hab ja gesagt: It’s Party Time! Und die findet man auf Gili Trawangan jede Nacht woanders. Offiziell allerdings immer Montags, Mittwochs und Freitags. Am tollsten fand ich die Full Moon Party eine Nacht vor Vollmond: Direkt am Strand unter Sternenhimmel und Lagerfeuer... wo ich dann zufällig auch Rene kurz wieder traf und mich vergewissern konnte, dass es ihm definitiv gut geht. Und auch Mark aus England feierte mit uns, crazy boy!

Um dann doch noch bisserl was anderes zu sehen, haben wir, also Nadja, Lisa, Uli (ebenfalls aus Deutschland) und ich, einen Adventure Night Dive gebucht. Eindrücklich, aber nicht ganz so fantastisch wie ich mir das vorgestellt habe – entweder bin ich definitiv verwöhnt oder ich hatte einfach Pech. Die Schildkröte in Flashlight sowie das leuchtende Plankton ohne Taschenlampe waren faszinierend, aber der Rest der Unterwelt hat sich leider vor uns versteckt. Und ich hab mir schon wieder den Allerwertesten abgefroren, sicherlich mit ein Grund, weshalb ich das dunkle Nass nicht zu 100% geniessen konnte.

Einmal mehr hat neben der Schönheit der Insel das Zwischenmenschliche meinen Aufenthalt auf Gili Trawangan unvergesslich gemacht. Die Gruppe war schlussendlich auch der ausschlaggebende Punkt, weshalb ich mich spontan entschieden habe, zusammen mit Nadja, Lisa, Kumaran und Dani aka Gandi aus Österreich den Boat-Trip nach Komodo und Flores zu buchen, obwohl ich ursprünglich dachte, das kann ich auch noch mit fünfzig tun. Zudem ist meine Wunde noch nicht sauber verheilt wodurch ich nicht allzu viel Zeit mit Surfen im Salzwasser verbringen möchte – und ehrlich gesagt bin ich auch grad bisserl gewarnt resp. ich hab nun einfach Schiss, wenn zu viele Surfwilde im Wasser warten. Indonesien bietet zum Glück viele lohnenswerte Alternativen und die koste ich aus!

Ciao adios bye

Flavia

PS: So viele Schweizer und Deutsche wie auf dieser Insel habe ich wohl nirgendwo getroffen. Aber es ist schön zur Abwechslung mal wieder so zu sprechen wie mir der Mund gewachsen ist. But my English gets better, I think.

13. Juni 2011

Gunung Rinjani

Meine Lieben

Trekking auf Gunung Rinjani war atemberaubend, in jeglicher Hinsicht!

Man erinnere sich, die Tour habe ich im Halbschlaf gebucht und mich danach auch nicht mehr wirklich damit auseinandergesetzt. Auch die warnenden Worte von Beth, ignorierte ich brav. Ich bin doch eine Bergziege, das hat mir zumindest der Guru in Marakesch erzählt. Und so packte ich meinen kleinen Rucksack nur mit dem nötigsten – viel Warmes habe ich ja eh nicht dabei.

Um 5.00 Uhr wurde ich abgeholt und nach Senaru gefahren, wo wir auf 650 Metern unsere Wanderung starteten. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, dass wir an diesem Tag 2000 Höhenmeter trekken werden und ich machte voller Elan die grössten Schrittherausforderungen. Unsere Porter liefen ja auch mit Flipflops den Berg hoch, so konnte der Ausflug nicht so wild werden, oder? Zudem sind die Jungs zusätzlich mit Bambusstangen auf den Schultern beladen, an deren Enden sicher 20 Kilo Ware befestigt sind – viel Essen und die Zelte sowie dünne Matten und Schlafsäcken. Ja, ich hatte ein schlechtes Gewissen, war aber schlussendlich froh drum. Denn irgendwann begann ich zu begreifen, dass mir wohl drei herausfordernde Tage bevor standen und ich mit meinen Trekking Sandalen und meiner unfunktionellen Kapuzenjacke nicht optimal ausgerüstet bin. Erschöpft erreichten wir am späteren Nachmittag den dem Gipfel von Plawangan, wo die Porter bereits mit dem Aufbau unserer Zelte beschäftigt waren, und auch das Feuer war schon am lodern. Ein fantastischer Sonnenuntergang über den Wolken erwartete uns! Kaum war die Sonne weg, wurde es zuerst frisch und dann arschkalt. Und auch das Abendessen half wenig, den Körper aufzuwärmen. Zudem wurde uns hier kein Unterhaltungsprogramm geboten wie auf der Dschungeltour auf Bukit Lawang. So kroch ich auf Wärme hoffend wie alle anderen bereits um 19.30 Uhr in mein Zelt. Zum Glück war ich todmüde, denn sonst hätte ich wohl auf dem harten Boden und in der Eiskälte kein Auge zugetan.

Gunung Rinjani ist übrigens ein riesiger Vulkan, der schon lange nicht mehr aktiv ist. In seinem Krater befinden sich ein kleiner aktiver Vulkan und ein grosser Bergsee auf 2000 Höhenmeter. Zu diesem liefen wir am nächsten Morgen nach Sonnenaufgang und erfrischten uns bevor wir ein Bad in den heissen Quellen genossen. Dann ging’s tapfer weiter zum Gipfel Sembalun auf 2639 Höhenmeter, wo sich unser zweites Nachtlager befand. Ich glaube, ich habe noch nie einen so schönen Sternenhimmel gesehen! Aber keine einzige Sternschnuppe – wahrscheinlich bin ich dazu berufen, mir meine Wünsche selbst zu erfüllen. Morgens um 2.30 Uhr sind wir bereits wieder aufgestanden - zum Glück, ich konnte eh nicht schlafen - um den Gipfel des Gunung Rinjanis auf 3726 Höhenmetern pünktlich zum Sonnenaufgang zu erreichen. Das war echt hart! Denn der Weg da hoch war aus Sand und Steinen und somit rutschte man bei jedem Schritt mindestens wieder einen halben zurück. Und die Anstrengung reichte nicht aus um mich zu wärmen. Irgendwann spürte ich meine Hände nicht mehr und ich verfluchte mich, diese Tour gebucht zu haben resp. meine Art, Überraschungen zu mögen und einfach alles auf mich zukommen zu lassen ohne mich vorzubereiten. Auf dem Gipfel angekommen, war jedoch alles vergessen: Der Sonnenaufgang tauchte die ganze Umgebung in ein Meer von Eindrücken, unbeschreiblich. Das Aufwachen der eindrücklichen Landschaft zu sehen war einfach fantastisch! Und mit dem Licht kam endlich auch die Wärme, so war dann auch das Runterlaufen wieder menschlich. Nach dem reichhaltigen Frühstück machten wir uns auf den Heimweg, der wiederum acht Stunden beanspruchte. Wir, das waren unterschiedlichste Leute, von denen ich ein Stück Leben erfuhr, jedoch niemand an den ich mich „gebunden“ habe. Und so machte ich mich alleine auf den Weg zu den Gili Islands, wohin mich ein Spinnen-Schiff fuhr, da ich die letzte Fähre verpasst hatte. Diese Schiffe heissen wohl nicht offiziell so, aber ich finde, sie sehen aus wie Spinnen mit nur vier Beinen, die durch ein Holzmast verbunden sind. Diese Beine dienen zur Balance weil die Schiffe so dünn sind und ohne die Stützbeine im Wasser kippen würden. Eine echt lustige Konstruktion!

Spätabends kam ich auf Gili Trawangan an und suchte mir ein Hostel. Einziges Kriterium: Hot Water! Ich wollte einfach nur noch heiss duschen und mich vom Dreck der letzten Tage befreien. Schnell ward ich fündig und nistete mich in der Suite von Edy’s Homestay ein. Solch ein schönes Badezimmer hatte ich auf meiner Reise noch nicht! Als ich mein Gesicht unter den sanften Duschstrahl hielt, war ich erstaunt, das Wasser schmeckte salzig. Es dauerte ein paar Sekunden bis ich realisierte, dass dies nicht mein runterlaufender Schweiss ist, sondern Meerwasser, das aus der Brause kommt.

Erfrischt ging ich zur Hauptstrasse am Strand, wo übrigens nur Velos und Kutschen unterwegs sind. Die ganze Insel ist motorfrei, echt relaxt. Und an dieser Hauptstrasse gibt’s unzählige Restaurants, eins leckerer als das andere. Da bleibe ich eine Weile! And it’s definitely party time!

Ciao adios bye

Flavia

Senggigi


Meine Lieben

Senggigi scheint für eine Touristenflut vorbreitet zu sein – oder wartet darauf - denn es reiht sich ein schönes Restaurant mit Live Musik nach dem anderen und viele luxuriöse Resorts befinden sich direkt am Strand, jedoch alle so ziemlich leer. Und nach mehrmaliger Anfrage verschiedener Locals, wurde ich informiert, dass wohl im Juli und August mehr Besucher hier sind, so richtig viel los ist hier aber nie was, womit man seine Ruhe hat.

So war die Zeit da nicht wirklich aufregend abgesehen vom inspirierenden und lehrreichen Austausch mit Beth und dem Surfen. Mit Abdul habe ich den perfekten Surfinstruktor erwischt, denn er hat mich von Anfang an durchschaut: Relax Flavia, relax! Und doch mochte er meine Begeisterung, welche mir dann auch half, sofort auf dem Brett zu stehen und die ersten kleinen Wellen zu „surfen“, aber nur wenn er meinem Brett einen Stoss gab. Am nächsten Tag schaffte ich’s dann bereits alleine, was für ein Glücksmoment! Und so beginnt nun für mich der schwierige Part: Dranbleiben und üben, üben, üben – und vor allem lernen die kleinen Wellen zu sehen und nicht gleich die grossen anzupeilen. Zum Glück habe ich viel Zeit...

Neben dem Surfen war das WIFI in unserem Hotelzimmer ein weiteres Highlight, wodurch wir nicht wenig auf der Veranda sassen und unsere Mails beantworteten oder skypten und ich endlich mal ein paar Fotos aussuchte um auf facebook zu laden, denn Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte. Gleich am ersten Abend war jedoch die Verbindung nicht die beste und so lief ich mit meinem Mac im Dunkeln zur Rezeption um das Gespräch  weiterzuführen. Ich rief mir noch in Erinnerung, dass ein Swimming Pool am Weg liegt, aber als Steffi wieder auf dem Screen erschien, war der Pool schnell vergessen und plumps, landete ich in voller Montur im Pool! Geistesgegenwärtig, hielt ich den Mac in die Höhe, wodurch dieser nicht komplett untertauchte - im Gegensatz zu mir. Obwohl ich noch nie so schnell aus einem Pool gestiegen bin, war er augenblicklich tot. Klitschnass trottelte ich zu Beth zurück, die erst realisierte was passiert war, als ich lachend sagte: „I’ve got another funny story to tell!“ Per sms wollte ich Steffi informieren, dass ich noch lebte, und schaffte es dann auch dieses zu töten, weil ich zu nass war. Nachdem ich mich einigermassen von meinem Lachanfall erholt hatte, holte ich einen Föhn bei der Rezeption und bangte hoffnungsvoll um das weisse Ding. Einmal mehr hatte ich mehr Glück als Verstand, nach einer Weile erschien nämlich der leuchtende Apfel auf dem Bildschirm und ich tanzte vor Freude. Ich kann also weiterhin jederzeit meine Geschichten an schönen Orten schreiben, lucky girl.

Ciao adios bye

Flavia

6. Juni 2011

Gunung Bromo


Meine Lieben

Mein nächstes Ziel war Gunung Bromo (danke Susan!) und dann die direkte Weiterfahrt nach Denpasar, Bali. Also ging ich in meine Lieblingsagency und buchte eine komplette Tour obwohl ich dachte: „Nimmst mal wieder die easy Tour, hm? Eigentlich könntest du das alles im Alleingang machen und würdest in einem local bus bestimmt mehr erleben.“ Falsch, wie sich später erwies. Zwar wurde ich pünktlich in meinem Losmen abgeholt und zum Minibus geführt. Der einzig freie Platz war vorne neben Beth und dem Fahrer eingequetscht, sehr unbequem und an schlafen oder lesen nicht zu denken. So habe ich während der 13stündigen Fahrt (laut den Mitreisenden sollte sie nur acht Stunden dauern) viel aus dem Fenster gekuckt und manchmal gedacht, wir fahren im Kreis. Denn es reiht sich ein lustiges Häuschen nach dem anderen und dazwischen taucht immer mal wieder ein „Tante Emma Laden“ auf sowie kleine Restaurants. Java scheint echt dicht besiedelt zu sein, nur selten habe ich eine grüne Fläche gesehen – aber wahrscheinlich sind die Reisfelder hinter den Häuschen, nur konnte ich sie nicht sehen. Aus dem Fenster kucken lässt sich sehr gut mit quatschen verbinden und zwischendurch habe ich DJ mit nur einem Radio-Sender gespielt, ich sass ja auf dem Logenplatz. Ausgetauscht habe ich mich insbesondere mit Beth. Sie ist Amerikanerin und könnte meine Mama sein – dafür wird sie mittlerweile auch oft gehalten. Sie hat selbst sechs Kinder in Boston, Israel und Deutschland. Nachdem sie jahrelang als Musik- und Familientherapeutin selbständig gearbeitet hat, war Zeit für etwas anderes und so hat sie ihren Rucksack gepackt und ist nun seit neun Monaten in Neuseeland, Südamerika und Asien unterwegs, insgesamt ein Jahr. Es ist also niemals zu spät, seinen Traum zu verwirklichen!

Als es bereits stockdunkel war, kamen wir in Ngadisari an. Das ist ein kleines kaltes Dörfchen oberhalb von Probolinggo. Dort ist der Ausgangspunkt für die Touren zum Gunung Bromo. Nach unserem späten Nachtessen in einem gemütlichen Restaurant im Alpenstiel sind wir in unsere schäbige Unterkunft zurückgekehrt. Und genau als ich mich in meinem Zimmer einrichten wollte, fiel der Strom aus. Was aber nicht weiter schlimm war, denn vor uns lagen eh nur knapp vier Stunden Schlaf: Morgens um 3.45 Uhr wurden wir mit dem Jeep abgeholt und fuhren über Stock und Stein zum Gebiet des Gunung Bromos, von wo aus eine kleine Völkerwanderung im Dunkeln zum Aussichtspunkt stattfand. Morgenstund hat definitiv Gold im Mund! Der Sonnenaufgang über der mondähnlichen Landschaft mit epischen Dimensionen war schlichtweg surreal schön. Da konnten mir auch die Fotoanfragen nichts anhaben. Mit Sonnenschein im Gesicht stiegen wir den Berg wieder runter, zogen unsere vielen Kleiderschichten aus und fuhren zum Fusse des Gunung Bromos. Das ist übrigens ein aktiver Vulkan und eigentlich erhielt ich in meiner Lieblingsagency die Info, dass ich den Krater nicht werde besteigen können, eben wegen seiner Aktivität. Doch siehe da, schon von weitem erkannten wir die bunten Punkte, die mühsam den Aufstieg wagten - was auf der Mischung von Sand und Asche gar nicht so einfach war. Oben angekommen erwartete uns ein riesiges dunkles Loch aus dem in regelmässigen Abständen grosse Rauchwolken aufstiegen. Schwefelgeruch lag in der Luft und der Vulkan schenkte uns zusätzlich brodelnd hungrige Geräusche. Somehow scary but sooo impressive!

In dunkler Asche eingehüllt machten wir uns auf den Rückweg, denn bald schon wurden wir wieder von einem vollen Minibussen mit bekannten Gesichtern für die Weiterfahrt nach Bali abgeholt. Irgendwann war Umsteigen angesagt, wobei niemand so genau wusste in welchen Bus. Und dann stiegen wir nochmals um, in einen grossen Bus, in dem vor allem Indos reisten plus eine Handvoll Touristen, die wohl wie wir im falschen Bus gelandet waren weil der richtige Bus überbucht war – das fanden wir aber erst später raus. Dieser Bus hielt alle paar Meter an um Personen rauszulassen und neue rein. Lustige Musik auf höchstem Volumen verbreitete Ferienstimmung und wurde nur runtergedreht wenn mal wieder ein paar singende Jungs mit Gitarre durch den Gang schlenderten um ein paar Tausender einzukassieren. Ich war hell begeistert ab dem Kommen und Gehen, denn obwohl ich eine Tour gebucht hatte, war diese null organisiert und niemand war informiert, wann wo was wie passiert. Einzig klar war, dass wir niemals um 19.00 Uhr in Denpasar ankommen würden, was scheinbar der Zeitplan war. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal die Fähre erreicht und schon hielten wir wieder aus unerklärlichen Gründen an der Strasse an. Ich nutzte diese Stopps natürlich um meiner Sucht zu frönen oder für eine Pipipause. Die Zeit verging unerwartet schnell und nachts auf der Fähre zu sein mit nichts als schwarzem Wasser rundherum hat auch seinen Reiz. Mit dem gleichen Bus ging’s dann weiter. Zum Glück wollte um Mitternacht niemand mehr aus- oder zusteigen und die „Billiger Jakob“ Jungs waren wohl auch müde wodurch wir nonstop bis Denpasar fuhren. An Schlaf war jedoch wieder nicht zu denken, denn der Ein- und Aussteigzuweiser sass so dicht schlafend neben mir, dass ich sein Deo richten konnte. Noch schlimmer war, dass er dauernd zu mir rüber kippte. Nach mehrfachem Wegstossen wies ich ihn dann irgendwann freundlich zurecht, dass er nicht an meiner Schulter ruhen konnte, was half. Good girl, ich muss ja aus Mitleid nicht immer alles in Kauf nehmen, oder? Endlich nickte auch ich ein, wohl keine 20 Minuten bevor wir den unsympathischen Busbahnhof Ubung in Denpasar um 2.30 Uhr nachts endlich erreichten. Eigentlich wollten wir direkt nach Sanor weiterziehen, zogen es jedoch vor, ein Hotel zu suchen und die Nacht hier zu verbringen. So machte ich mit einem netten Polen auf den Weg um eine Bleibe zu suchen, während seine Frau und Tochter sowie Beth auf unser Gepäck aufpassten. Was für ein Glück, um die Ecke leuchteten ganz viele Hotelschilder! Was für ein Pech, alle hatten die Tore geschlossen und wo wir jemanden wecken konnten, war fully booked. So entschieden Beth und ich, ein Taxi nach Padangbai zu nehmen, von wo die Fähre nach Lombok startete. Die beste Entscheidung überhaupt und kaum da angekommen, legte die Fähre dann morgens um 5.00 Uhr los. Das Angebot einer schäbigen Matratze machte uns stutzig, denn aus unerklärlichen Gründen dachten wir, dass die Überfahrt nach Lembar nur zwei Stunden dauerte. Lonely Planet belehrte uns jedoch, dass es fünf Stunden sind und somit lohnte es sich zu schlafen, was wir dann auch taten. So kamen wir in der Morgenfrische an und liessen uns nach Sengiggi chauffieren, direkt zu einer der unzähligen Touristeninfos. Völlig übernächtig nach 24stündiger Reise wollte ich eigentlich keine einzige Entscheidung mehr treffen, nur noch richtig schlafen und vielleicht doch noch kurz die Preise zu vergleichen. Das Angebot entsprach jedoch meinen „Plänen“ und so buchte ich meine weitere Woche: Zwei halbtätige Surfkurse plus eine dreitägige Trekkingtour zum Gunung Rinjani, mit Weiterfahrt zu den Gili-Islands. Beth entschied sich für eine Tour zu den Inseln Komodo und Flores, von wo aus sie dann wieder nach Bali fliegen wird. Da unser Verkäufer wohl grad fett Kohle mit uns gemacht hatte, erhielten wir das Angebot, entweder in einem Durchschnitts-Guesthouse „gratis“ oder aber in einem 3 Sterne Hotel mit heissem Wasser für die Hälfte des Preises übernachten zu können. Nach Besichtigung der beiden Möglichkeiten, entschieden wir uns für die Luxusvariante mit Swimmingpool, der mir jedoch zum Verhängnis wurde.

So lief schlussendlich nichts wie „geplant“, einen besseren Ausgang hätten wir uns jedoch nicht wünschen können und so geniessen wir zur Zeit mal wieder süsses nichts tun...

Ciao adios bye

Flavia

5. Juni 2011

Yogyakarta

Meine Lieben

Mein Aufenthalt in Yogya hat unerwartet zufällig lustig begonnen: Kaum am Flughafen angekommen, habe ich mich rauchend umgekuckt, wie ich wohl am besten an die Malioboro Road komme, denn neben dieser sollte es viele schöne Losmen (Guesthouses) geben. Diesen Strassennamen konnte ich mir zur Ausnahme sofort merken, denn meist kann ich diese erst aussprechen wenn ich da angekommen bin, manchmal nicht mal dann. Bevor ich dies dem Taxifahrer mit Stolz beweisen konnte, entdeckte ich jedoch ein bekanntes Gesicht: Zoe! Ich wusste, dass sie Yogya einen Tag vor meiner Ankunft verlassen würde. Aber irgendwie haben sie und Abby (Mitbewohnerin von Jessie) ihre Weiterfahrt verpasst, wodurch die beiden eine zusätzliche Nacht in Yogya verbrachten. Um auf darauf anzustossen, verabredeten wir uns für den Abend. Small World!

Schlussendlich im Taxi, wollte der Fahrer natürlich wissen woher ich komme und wie ich heisse. Begeistert stellte er zudem mit einem Blick auf meine Waden fest, dass Frauen aus dem Westen alle so dicke Waden hätten. Seine Vermutung war, dass wir zu viel laufen und grosse Rucksäcke tragen. Hallo? Grosse Füsse, ja! Aber ich dicke Waden? Nach meinem ersten Mittagessen ganz alleine schlenderte ich durch die kleinen Gassen in der Umgebung meines Losmen. Da leben nicht nur Touristen sondern auch viele Locals mit unzählig unglaublich süssen Kindern, die alle miteinander spielen und viel liebevolle Aufmerksamkeit erhalten.

Nach einem leckeren Abend im Restaurant Via Via mit den Mädels, bin ich am nächsten Morgen mit Esme losgezogen. Esme ist Holländerin und war im selben Losmen wie ich zu Hause. Als erstes sind wir die Malioboro Road zum Kraton (Sultan Palast) runtergelaufen und ich war beeindruckt vom Verkehr in dieser Stadt. Hier gibt es weder Tuktuks noch Longtailboat-Taxis noch Schnellboot-Taxis noch Seitenwagen-Rikschas, dafür herkömmliche Rikschas und (neu!) Vierrad-Kutschen mit dünnen Pferden, die den ganzen Tag Abgas einatmen müssen. Auffällig ist auch die Vielzahl der Scooter, die den ganzen Betrieb noch chaotischer machen. Auf diesen Scooter sitzen teils ganze Familien: Papa natürlich vorne, zwei schlafende Kids in der Mitte und die Mama hinten. Und der Verkehr scheint keine Regeln zu kennen, ausser „de gschwinder isch de tiffiger“ und hupen was das Zeugs hält. Am Nachmittag wollten wir die künstlerische Seite von Yogya sehen und haben somit die Galeria Lana in einer Rikscha aufgesucht (wir haben uns extra den jüngsten Fahrer ausgesucht!), in welcher Bilder von Studenten auf Java ausgestellt werden. Besonders faszinierend waren jedoch nicht die Bilder selbst, sondern die Angestellte, die trotz super langweiligem Job (wegen tiefer Besucherfrequenz) extrem aufgestellt und lustig war. Ebenso wie Susi, die eine kleine Koryphäe in der Batik-Welt ist und mittlerweile vor allem von Aufträgen lebt, die sie durch jemanden anderen ausführen lässt, unter ihrem Namen, wenn ich das richtig verstanden habe. Sie hat uns grosszügig aus ihrer Welt erzählt und uns in der Nachbarschaft rumgeführt. Um uns abzukühlen sind wir danach in einen grossen, edlen, klimatisierten Indomarkt (wie Migros oder Coop). Dort kriegt man alles und die Fische schwimmen in kleinen Aquarien. Wenn man dann einen ausgesucht hat, kann man zukucken, wie zuerst die Schuppen entfernt werden, bevor der arme Fisch schlussendlich aufgeschlitzt wird. Der Appetit ist uns zum Glück nicht vergangen und so liessen wir uns am Abend von Bedhot, dem Besitzer unseres Losmen, zum Fischessen ausführen. Und zwar in seinem purpur weissen VW Jahrgang 1958 (Gordon, ein Grund zum neidisch werden!). Im Fischzeltrestaurant sassen wir an einem tiefen Tisch am Boden auf einem Teppich auf der Strasse, wie dies in vielen anderen Imbiss-Ständen hier die Regel ist. Und so ass ich glaub’s zum ersten Mal in meinem Leben einen ganzen, grossen Krebs! Zu spät machten sich Esme und ich schlussendlich auf den Weg ins Ramayana Ballet um uns den traditionellen Tanz mit Live-Musik anzuschauen. Besonders die Kostüme und die Beherrschung der Gesichter fand ich bemerkenswert – kein Muskelzucken und kein Nasenrümpfen, einfach nur mimiklos kucken.

Das hätte ich eigentlich am nächsten Tag trainieren können, denn ich wurde auf meiner Tour zu den bedeutendsten Tempelanlagen Südostasiens auf unzähligen Fotos festgehalten. Borobudur (Buddhistisch) und Prambanan (Hinduistisch) waren tatsächlich eindrücklich schön, Spiritualität liessen sie jedoch wenig aufkommen. Dafür können sie aber nichts. Schuld daran sind die ganzen Schulklassen, die zu hunderten diese Bauwerke stürmen, besonders an Auffahrt – und wohl von den Touristen mehr fasziniert sind als von den Tempeln. So wurde ich rund um die Uhr beobachtet und dauernd fotografiert. In der Regel nicht ohne nett um Erlaubnis gefragt worden zu sein. Zum Glück hatte ich meine grosse Sonnenbrille dabei, wodurch ignorieren einfacher wurde, denn irgendwann ist fertig lustig, besonders wenn die Tour um 5.00 Uhr morgens startet.

Und so bin ich am frühen Nachmittag erschöpft wieder im Losmen angekommen und auf Cathrin gestossen. Sie ist ursprünglich aus Deutschland, hat aber die vergangenen zwei Jahre auf Bali gearbeitet und während ihres Studiums ein Jahr in Yogya verbracht. Morgen wird sie zu ihrem Liebsten in die Schweiz fliegen und sich an die strukturierte Arbeitswelt in Luzern gewöhnen müssen. So war sie auf Bye Bye Tour in Yogya, auf welcher ich mich ein bisschen angeschlossen hab. Denn am nächsten Tag bin auch ich bereits wieder weitergezogen und scheinbar endlos Bus gefahren...

Ciao adios bye

Flavia