Meine Lieben
Meine Woche auf Bali widerspiegelt sozusagen ein bisschen meine ganze Reise: Abwechslungsreich und irgendwie zu kurz! Aber ich habe einen guten Mix sowohl aus Natur als auch Kultur und Party erlebt, Sonne und Regen genossen, viele interessante mir bekannte Gesichter wieder getroffen, verbrachte auch einen Abend alleine und liess die Eindrücke auf mich wirken...
Aber von vorne: Als erstes bin ich nach Sanur gefahren, das liebenswerterweise auch Snor genannt wird, weil nichts passiert und viele ältere Menschen ihren letzten Lebensabschnitt da verbringen, so scheint es zumindest. Der Strand ist irrsinnig lang und windig, so sehr, dass ich Kiter gesehen habe und praktisch niemanden im Bikini. Aber ich bin ja auch nicht zum sonnen dahin sondern um Beth definitiv Aufwiedersehen zu sagen, da es ihr letzter Abend in Indonesien war. Am nächsten Tag bin ich nach Ubud weitergezogen, wo mich die künstlerische Seite von Bali erwartete. So habe ich mir an meinem ersten Abend eine balinesische Tanzshow (resp. Kechak und Feuertanz) angeschaut, die mir noch besser gefallen hat als diejenige in Yogya. Insbesondere die ca. 40 Männer aus jeglicher Altersklasse, die sich in so eine Art Trance gesungen haben, fand ich faszinierend – wenn auch die Laute nicht wirklich klangvoll war.
Weil ich endlich Reisfelder sehen wollte und nicht alleine Scooter fahren sollte, habe ich für den nächsten Tag einen Guide gebucht, der mich rund um Ubud fuhr. Natürlich gehörten da auch Tempelanlagen dazu und der Lake Batur sowie die Besichtigung einer Kaffeeplantage, die es mir besonders angetan hat. Wieder zurück in Ubud checkte ich meine Mails und las, dass Esme ebenfalls hier ist. Somit verbrachten wir einen gemütlichen Abend zusammen, erzählten das Erlebte und ich liess mich überzeugen, am nächsten Morgen um 7.00 Uhr mit ihr ins Yoga zu gehen bevor wir den Monkey Forrest besuchten. Der Lehrer hat sein bestes gegeben und ich habe zum ersten Mal richtig begriffen, dass nicht das Beherrschen der Verrenkungen das Ziel ist, sondern das „bei sich selbst sein“ durch konzentriere Atmung. Yoga wird wohl aber nie mein Ding. Und so habe ich Matt kontaktiert, der mir anerboten hatte, mich auf dem Scooter durch Bali zu fahren - weil er wohl eingesehen hat, dass ich meiner Umwelt und mir viel Gefahr zumuten würde, wenn ich dies alleine tue plus hat er selbst auch noch rein gar nichts von Bali gesehen ausser Kuta. Nach einem Partyabend in Kuta sind wir also planlos nach Westen gefahren und haben erstmals durch Umwege den Wassertempel Tanah Lot aufgesucht. Ein echter Reinfall! So viele asiatische Touristen auf einen Schlag - und Tempelanlagen hatten wir definitiv schon beeindruckendere gesehen, weiter ging’s... Da unsere Helme keine Windschutzscheiben hatten, und uns wohl bei einem Unfall auch nicht wirklich geschützt hätten, konnten wir nur fahren solange es hell war und wir die Sonnenbrillen als Schutz tragen konnten. Kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir Medewi, fanden eine Bleibe und gingen früh pennen. Am nächsten Tag erwartete uns nämlich eine weite Strecke und da Sonntag war, mussten wir für die Durchquerung von Nord nach Süd resp. zurück nach Kuta mit Verkehr rechnen. Ach ja, da Matt fahren musste, bestand er darauf, dass ich die Navigation übernahm. Kartenlesen kann ich zwar, Strassenschilder zu sehen fällt mir jedoch schwer und so haben wir erst in Lovina bemerkt, dass wir an den Hot Springs schon lange vorbei gefahren sind... Da wir gut in der Zeit waren, fuhren wir wieder zurück und gingen mit den Locals in der heissen Quelle baden. Viele Westler hat’s nämlich im Westen von Bali nicht, da trifft man nur vereinzelte Touristen an. Die Landschaft ist rauer, die Strände durchaus schön, aber wilder und die ganze Infrastruktur weniger ausgebaut. Wir erhielten also durchaus noch ein anderes Bild von Bali, nicht besser oder schlechter, einfach anders. Und es hätte sich durchaus gelohnt mehr Zeit da zu verbringen und das andere Leben in Bali kennen zu lernen. Als wir dann die Küste verliessen um in Richtung Süden zu fahren, wurde es kalt und nebelig und irgendwann regnete es gar. Wir waren klitschnass und suchten Unterschlupf in einem Restaurant bis der Regen vorbei war. Was wir grad erlebten war keinesfalls das Bali wie man dies erwarten würde, die Locals schienen jedoch vorbereitet, alle hatten ihre Pelerinen dabei. Irgendwann fuhren wir weiter und meine Vorhersage war richtig: In Kuta angekommen, schien die Sonne wieder. Wir erfrischten uns kurz um dann den letzten Abend von Nadja, Lisa und Kumaran zu feiern. Am drauffolgenden Tag gingen Matt und ich Katerfrühstücken und warteten auf die Sonne, doch die kam nicht. So holte ich nochmals viel Geld aus dem ATM um mein imaginäres Budget noch mehr zu strapazieren: Shopping! Und dann kam Wietske an. Der Kreis schloss sich also wieder: Meine Reise startete und endete mit ihr, was besseres hätte ich mir nicht vorstellen können und ihre Love Story haut mich nach wie vor um!
Einmal mehr sagte ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge bye bye. Die zwei Monate in Thailand, Malaysia und Indonesien waren fantastisch! Ich habe viel erlebt und meine Zeit definitiv genossen. Nun aber freue ich mich tierisch auf die Reise mit Maurus, die uns definitiv ab von Touristenwegen führt und oft ins Wasser! Aber vorerst verbringe ich ein bisschen Zeit in Zürich und dachte eigentlich, hier sei Sommer...
Ciao adios bye
Flavia