21. Juni 2011

Komodo und Flores


Meine Lieben

Mal wieder völlig übernächtigt ging unsere Boots-Reise nach Komodo und Flores los: Nachdem wir mit der Fähre nach Senggigi fuhren, erwartet uns ein kleiner schöner Bus, der nah dies nah mit mehr Teilnehmenden und Proviant gefüllt wurde – sogar drei lebendige Hühner waren dabei weil’s auf dem Boot kein Kühlschrank gab und unsere Bintangs wurden mit Eis gekühlt, was natürlich im Laufe der vier Tage schmolz und wir dadurch irgendwann warmes Bier tranken, besser als keins. Als kein Sitz mehr frei war, stand fest, die vier Tage werden lustig, die Mischung der 13 Leute schien vielversprechend: Neben unserer bereits erwähnten Fünfergruppe waren da Nate und Tara, ein sympathisches Pärchen aus Kanada; Thea und Lakse, zwei liebenswerte girly Girls aus Dänemark; Caroline, das verrückte Huhn aus Österreich (in der letzten Nacht hat sie aus unerklärlichen Gründen eine Tour zu einer Chickenfarm gemacht und da zwei Hennen gekauft, eine echt unglaubliche Story!); Fabian ebenfalls aus Österreich, dessen Nachnamen mich noch immer zum Lachen bringt; Nachos und German, die beiden entdeckungshungrigen Spanier sowie Matt aus England, den ich bereits von der Rinjani Tour kannte und seit zwei Jahren unterwegs ist.

Als der Hafen in Sicht war, machte ich mich zuerst lustig: „ Bestimmt ist das kleine da unser Boot, hahaha!“ Es war dann tatsächlich unser Boot und nachdem wir uns alle einigermassen eingerichtet hatten, reichte der Platz schlussendlich aus, auf jeden Fall gemütlich. So gemütlich, dass unser Restaurant ohne Tisch und Stuhl in der Mitte des Bootes den Namen Jojo’s erhielt, also gleich hiess wie unser unterhaltsamer Guide. Und das Deck, wo wir die Sonne genossen, Shithead spielten und die Abende ausklingen liessen, wurde auf The Point getauft. Sogar Musik hatten wir! Kumaran brachte seine Gitarre mit und Nate grosse Erfahrung mit Open Mic singen. Auch Caro hatte eine kräftige Stimme sowie kleine Boxen mit Minimal Sound oder so dabei. Die Nächte verbrachten wir alle nebeneinander liegend mehr oder weniger schlafend, denn der Motor des Bootes war unglaublich laut und manchmal fuhren wir auch die Nacht durch. Unsere Hippies, Gandi und Caro, montierten ihre Hängematten und fanden darin ihre Ruhe.

Tags durch hielten wir an verschiedenen Schnorkelstellen mit wunderschönen intakten Korallenriffen und bunter Flossenwelt. Ich mag nun neben Schmetterlingen und Schafen auch Regenbogenfische. Mit den Waranen aka Dragons auf Komodo und Rinca konnte ich mich hingegen nicht richtig anfreunden. Die Viecher sind hässlich und faul, aber dennoch faszinierend und wenn sie sich dann mal bewegen, sind sie äusserst schnell. Und gefährlich, sie können mit ihrem Gift ganze Büffel stilllegen und sie sind fiese Kannibalen, wir haben trotzdem ein Baby Dragon gesehen. Einmal mehr fand ich insgesamt die Landschaft eindrücklicher als die Tiere, was mir aber von Vornherein bewusst war. Am schönsten fand ich den Wasserfall, den wir bereits am ersten Tag besucht haben und darin Erfrischung fanden. Das absolute Highlight für mich war aber insgesamt die Zeit auf dem schwankenden Boot, das habe ich bis anhin noch nie gemacht. Wir haben auf jeglichen Luxus verzichtet, hatten aber alles was wir brauchten um eine aussergewöhnliche Tour zu erleben. Nicht nur mir hat’s gefallen und so haben die meisten, das Angebot angenommen eine weitere Nacht auf dem Boot zu verbringen als wir in Labuanbajo auf Flores angekommen waren und eigentlich in ein Hostel hätten gehen können. Allerdings haben wir vorher in einem Hotel geduscht und mal wieder Western Food in einem leckeren Restaurant mit Live Music genossen. Weil Matt und ich den schlafenden Kumaran am Tag zuvor mit einen kalten Kübel Wasser auf dem Deck geweckt hatten, mussten wir abends in der Bar als Revange eine Tanzshow hinlegen, durch die wir auch noch am nächsten Tag erkannt wurden.

Am nächsten Tag – und meinem einzigen auf Labuanbajo – standen wir früh auf weil unser Boot für die nächste Tour vorbereitet werden musste. So hatten wir mal wieder einen ganzen Morgen um rumzuhängen, das alte Fischerdorf auf uns wirken zu lassen und Dinge zu erledigen bevor wir uns am Nachmittag ein Boot suchten, was uns zur Angel Island fahren sollte. was scheinbar die schönste Insel im Umfeld ist. Da niemand so richtig Lust hatte uns mitzunehmen oder uns einfach nicht verstand, nahmen wir schlussendlich das Angebot eines leicht betrunkenen Boot Besitzers an, insbesondere auch weil er gute Boxen auf dem Boot hatte. Nun, er hielt was er versprach: Der Halt bei der Insel war toll und der Sonnenuntergang mitten auf dem Meer bezaubernd. Zwischendurch gab es aber Situationen, in denen insbesondere die Mädels das Boot am liebsten sofort verlassen hätten, weil Käpt’n Jay das Selbstbewusstsein eines Mr. Perfect hatte und das Gefühl, die Welt gehöre ihm. Aber auch dazu tendierte agressiv zu werden wenn wir untereinander mal Deutsch sprachen oder ihm nicht die Aufmerksamkeit schenkten, die er gerne erfahren hätte. Wir verstanden es aber den Gigolo bei Laune zu halten und somit stiegen wir schlussendlich alle heil und erleichtert aus dem Boot aus um meinen letzten Abend auf Flores anzugehen – die anderen blieben länger.

Es gibt übrigens nicht nur in Medan Löcher in der Strasse sondern auch auf dem Flughafen von Labuanbajo. Also da gibt es eigentlich nur ein grosses, aber ich hab’s natürlich gefunden und bin vor den Augen vieler geschockter Locals direkt reingefallen. Nun schmerzt auch das linke Knie ein bisschen, aber zum Glück nicht so sehr, dass es mich behindern wurde. Per Zufall war dann auch Uli, den ich von Gili T. kenne, am Check-In und so konnte ich endlich über das Missgeschick lachen, auch wenn er’s natürlich schade fand, das Spektakel mit dem Backpack kopfüber verpasst zu haben.

Nun steht bereits meine letzte Woche an bevor ich wieder nach Züri flieg. Unglaublich wie die Zeit rennt!

Ciao adios bye

Flavia

1 Kommentar:

  1. Hey meine Liebe

    Schön wieder von dir zu lesen. Ich wusste, dass du nicht laufen kannst, aber dass du gleich beide Beine kaputt machst, hätt ich dir nicht zugetraut. Diese verfluchten Löcher. Um so mehr freue ich mich, dir bald wieder, wenigstens drei Tage lang, als Gehhilfe zur Verfügung zu stehen.
    Kann es kaum erwarten, dich endlich wiederzusehen. Vermiss dich sehr.

    Deine Claudia

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