Meine Lieben
Autsch, ich werde definitiv älter, zwei Stunden Pferdchen reiten und mir tut alles weh – das habe ich vergangene Woche weder mit Surfen noch mit Yoga geschafft - aber der Ausflug mit Christine und Bettina durch den Dschungel und entlang dem Strand ist das jetzige Leiden wert. Bettina ist die Freundin von Mark und die beiden kennen Nick und Nick kennt Thomas aka Race und Christine ist die Freundin von Race und Race kennen wir aus der Schweiz und so haben wir uns alle an der Playa Venao mehr oder weniger per Zufall getroffen, vielleicht war’s auch Schicksal, aber auf jeden Fall war’s schön! Am besten beginne ich jedoch da, wo ich das letzte Mal aufgehört habe: Zeitig waren Maurus und ich unterwegs als Eddies Motor zu stottern begann. In der nächsten Werkstatt hielten wir hoffnungsvoll, aber die Jungs konnten Eddie nicht helfen. Unsere Vermutung war, Eddie mit unreinem Benzin gefüttert zu haben und dass ihm dies schlussendlich auf den Magen schlug. Fahren konnten wir glücklicherweise noch, aber nur im Schneckentempo. Vor Einbruch der Dunkelheit kamen wir irgendwann doch noch in Panama-City an und haben Eddie direkt in der Fordgarage platziert, wo Heilung versprochen wurde. Verschwitzt stellten wir uns guter Dinge an die Strasse um eins der abertausend gelben Taxis zu ergattern. Gar kein so einfaches Unterfangen: Entweder besetzt oder in die falsche Richtung unterwegs, wie bei Männern. Eine geschlagene Stunde mussten wir warten bevor wir uns endlich zu Dennis, Marc und Kathrin in Casco Viejo gesellen konnten, um einen weiteren gemütlichen Abend gemeinsam zu verbringen bevor wir todmüde ins Bett fielen. Übrigens Premiere für Maurus und mich: Wir übernachteten in einem Dorm! Selbstverständlich haben wir das überlebt, aber ich verzichte sehr ungern darauf, in Maurus Armen einschlafen zu können und Maurus hasst’s wenn ihm der Ventilator direkt ins Gesicht weht. Trotzdem sind wir am nächsten Morgen einigermassen frisch aufgestanden und haben die Umgebung erkundschaftet, die zum UNESCO Kulturerbe gehört und wir uns keine Sekunde gewundert haben, wieso das so ist. Um nicht nur die Kultur, die Architektur und die Menschen auszukosten sondern auch das Nachtleben, sind wir natürlich nachts an die berühmt berüchtigte Uruguay Street gezogen. Da ist Clubbing angesagt auf schwindelerregend hohen Highheels! Wir haben uns für die einzig gemütliche Gartenbeiz entschieden und das Geschehen aus der Ferne beobachtet – umgehauen hat sie uns nicht, diese Strasse. Aber insgesamt gefällt mir Panama-City sehr gut und erinnert mich ein klein wenig an Kuala Lumpur. Genau wie da, herrscht auch hier ein Mix aus alten (resp. verlotterten) und modernsten Gebäuden, in einer Ecke kriegt man Hamburguesas vom Schiebewagen und in der anderen Sushi im klimatisierten Saal: Same same but very different.
Vergangenen Samstag haben wir Eddie mit neuem Benzinfilter, gewartet und gewaschen abgeholt und uns auf den Weg zur Playa Venao gemacht. Ursprünglich wollten wir nur drei Tage da verbringen bevor unsere Reise nach Kolumbien weiter geht - den Container für Eddie hatten wir gar bereits reserviert. Aber erstens kommt alles anders, zweitens als wir dachten: Auf dem Weg dahin erfuhren wir nämlich, dass Race und Christine auch da verweilen. Sie empfingen uns herzlich mit einem fantastischen Essen. Als dann am nächsten Tag Nick, Bettina und Mark die Runde komplettierten, erzählten sie über deren Pläne in den nächsten Tagen nach David zu reisen und Nicks Hütte bei einem Secret Spot aufzusuchen, um ein Surfvergnügen anderer Art zu erleben. Verlockend... entsprechend entschlossen wir, unseren Marschplan über den Haufen zu schmeissen und erst eine Woche später nach Kolumbien zu reisen. Diese Entscheidung haben wir keine Sekunde bereut, obwohl wir schlussendlich vergebens sechs Stunden durch Regenschauer nach David gedonnert sind und am darauffolgenden Tag ohne anderes Surf- oder Shoppingvergnügen wieder zurück. Die Natur tut eben was sie will und bietet auch sonst bezaubernde Plätzchen: Playa Guanico hat’s mir sehr angetan. Wohl aber auch weil’s da ein lokales Restaurant gibt, mit leckerem Essen und kaltem Bier zu lauter Musica Latina, was Ferienstimmung verbreitet. Und auch die Playa Cambutal resp. Pedregal war toll, nicht wegen dem kulinarischen Angebot, sondern genau weil sie niemanden ausser uns beherbergte. In dieser Gegend haben wir auch zwei Nächte verbracht und für einmal wollten wir nicht selbst kochen sondern uns in einem Restaurant verwöhnen lassen. Leider aber war kein solches offen und in unsere Bleibe war an diesem Abend keine Kochgelegenheit verfügbar, wodurch wir uns im hiesigen Mini-Market mit verschiedensten Fressalien eindeckten und somit ein lausiges aber durchaus lustiges Abendessen verzehrten. Die gemeinsame Woche verging einmal mehr im Nu und ich fühlte mich aufgehoben wie in einer Grossfamilie in Lagerstimmung, jeder hatte sein Plätzchen und eine Aufgabe: Die einen kochten (zu denen gehörte ich nie), die anderen wuschen ab oder sorgten für Musik (zu denen gehörte ich natürlich auch nicht).
Wie immer kommt irgendwann der Aufbrechzeitpunkt, für Race und Christine gleichzeitig wie für uns. Zu unserem Glück, nicht nur weil wir einen weiteren gemeinsamen Abend in Panama-City verbringen konnten, sondern auch weil Maurus und ich sozusagen einen privaten Escorte-Service hatten: Eddie hat nämlich hinten links einen Platten eingefangen und so fuhren wir mit dem fünften Rad am Wagen. Was wohl nicht das Beste war, dieses platzte unterwegs und wir blieben am Rand des Highways stehen. Race und Christine fuhren direkt zur nächsten Garage und liessen den platten Pneu schnell reparieren, so dass wir innert kurzer Zeit weiterfahren konnten. Zur nächsten Llanteria, wo wir uns zwei neue gebrauchte Pneus kauften und montieren liessen.
Damit aber nicht genug, als wir vorgestern morgens auscheckten und zur Policia National fahren wollten um alles für die Überfahrt nach Cartagena zu regeln, wies Eddie vorne rechts einen weiteren Platten auf. Sabotage? Egal, ein weiterer Radwechsel erfolgte und im Laufe des Tages die Suche nach zwei neuen Vorder-Pneus, was gar nicht so einfach war, da genau unsere gewünschte Grösse in Panama-City nicht wirklich vertreten ist. Somit blieb keine Zeit für Shopping im Einkaufs-Paradies. Unser Geld haben wir aber doch sauber investiert: Eddie erhält grad im Moment neue Sprungfedern, vorne und hinten. So sind wir wieder bereit für neue Abenteuer!
Und das erste geht heute schon los: Wir fahren nach Colòn um Eddie zu verschiffen und uns selbst morgen hoffentlich auch. Wir haben nämlich noch keine Mitsegelgelegenheit via San Blas Inseln und hoffen auf eine kurzfristige Möglichkeit direkt vor Ort am Hafen. Es bleibt spannend!
Ciao Adios Bye
Flavia
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