Meine Lieben
Kuala Lumpur ist der Hammer! Die Kombination von hochmodernen Gebäuden, historischen Moscheen und chinesischen Tempeln sowie viel Wald und grüne Wiesen ist unglaublich faszinierend. Genauso wie die verschiedenen Kulturen und Religionen, die hier aufeinander treffen und friedlich mit- und nebeneinander leben. Unglaublich, dass diese Stadt erst seit 150 Jahren existiert. Auch das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel ist sehr gut ausgebaut und die Orientierung zu behalten ist einfach. Insbesondere wegen des Fernsehturms Menara KL, der mit 421 Meter das fünfhöchste Gebäude der Welt ist, eine fantastische Aussicht bietet und über alles hinausragt. Genauso wie die Petronas Zwillingstürme, die vor allem in der Nacht ein absolutes Highlight sind.
In dieser Stadt möchte ich mal für ein Jahr leben und arbeiten! Überall gibt es spannende Szenen zu beobachten und Dinge, die einfach anders sind als bei uns und spannend zu entdecken und erleben – da reichen drei Tage bei weitem nicht aus. Allerdings kann KL auch gefährlich sein, die Shopping-Möglichkeiten sind nämlich unendlich und nichts kaufen unmöglich, aber ich hab mich zurückgehalten und mich auf andere Dinge konzentriert: In THE UNDER wird eine Verkaufskraft gesucht. Das ist Herrenunterwäsche und dafür wäre ich durchaus qualifiziert, oder Maurus? Und Bahasa Melayu (offizielle Landessprache) zu lernen scheint machbar, zumindest einfacher als Thailändisch. Hallo, danke, tschuldigung und Achtung kann ich schon – und dann wird’s dann doch auch schwieriger. Allerdings hat mir Kevin, ein homosexueller Iraker, der hier sein Studium in Maschinenmechanik absolviert, vorgestern in der Ampang Line (Metro) erzählt, dass es nicht so einfach ist, in KL einen Job zu finden – und natürlich wäre auch er an dem Job in THE UNDER interessiert. Der Konkurrenzkampf um spannende Jobs ist also gross!
Claudia und ich haben in China Town gehaust, direkt hinter der Hauptstrasse Jln Petaling. Diese Strasse ist für Autos gesperrt und ab 10.00 Uhr morgens gibt es da einen Stand nach dem anderen und alle verkaufen mehr oder weniger dasselbe: Taschen, Gürtel, Shirts, Hosen, Parfum und natürlich chinesisches Essen und frisch geschnittene Früchte und irgendwelchen kleinen Krimskrams, der lustig aussieht. Erstaunt waren wir, als wir abends nach Mitternacht heimgelaufen sind und die Verkäufer ihre Ware eingepackt und die Stände abgebaut haben und die Strasse schlussendlich voller Müll war. Ein eindrückliches Bild... und am nächsten Morgen früh geht’s wieder los, jeden Tag erneut im Stil von „und täglich grüsst das Murmeltier“. Die Verkäufer werden auch nicht müde, ihre Ware anzubieten: „Hello Miss, buy this bag, it fits your body!“ Da sind manche Lacher garantiert.
Da wir eben nur drei Tage Zeit hatten, KL zu erkundschaften, machten wir als erstes eine „Hopp-On Hopp-Off Tour“ mit dem Doppeldecker-Bus, wie damals in Rom vor mehr als drei Jahren. Klar, volle Touri-Tour, gibt aber einen tollen Überblick sowohl über die Sehenswürdigkeiten als auch über die Stadt selbst. And so I got another taste of India, New Little India. Aber dieses Mal war’s nicht Liebe auf den ersten Blick, denn all die violetten Häuser und die gesäumte Allee erinnern vielmehr an den Europapark als an das Indien wie ich’s mir vorstelle, obwohl auch hier alle Frauen in bunten Saris und glitzernd geschmückt die Strasse zieren. Claudia und ich haben durch den Anblick inspiriert einen Schönheitssalon im Hintereingang aufgesucht, wo Claudia eine Manicure genossen hat und ich meine Augenbrauen zupfen und Schnauzer wegmachen liess. Dies mit der lustigen Schnurtechnik, die ich auch schon in Ägypten erlebt habe, aua aua.
Und ein bisschen weh tat es dann auch, als ich Claudia tschüss sagen musste, denn es ist nicht nur das Ende dreier inspirierenden Reisewochen, sondern auch das Ende einer Ära: Claudia und ich haben acht Monate zusammen gearbeitet und danach fast vier Jahre in einer glücklichen WG gewohnt und alles geteilt. Danke dir an dieser Stelle für viele wunderbare und urkomische Momente, Claudia! Aber wie so oft im Leben weint das eine Auge und das andere lacht - denn auf das reisen nur mit mir hab ich mich schon lange gefreut.
Und eigentlich bin ich auch gar nicht alleine, aber das erzähl ich dann im nächsten Blog. Jetzt geniesse ich erstmals den Strand und das Meer auf Pulau Tioman, wo ich gestern angekommen bin und jetzt grad an der Bar im Schatten sitze und einen frischen Mangosaft trinke... bald geht die Sonne unter und der Himmel verspricht bereits jetzt ein bezauberndes Farbenspiel.
Ciao adios bye
Flavia
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