28. Mai 2011

Pulau Tioman

Meine Lieben

Ich mache unglaublich nichts! Da bin ich nun seit sieben Tagen auf Pulau Tioman am Beach Air Batang und geniesse einen Tag nach dem anderen und entspanne endlich so richtig... Ich liebe es im Meer zu schwimmen und die Fische zu beobachten, dann wieder im Schatten zu liegen (lesson learnd!) und nichts tun ausser einen Mangosaft zu geniessen. Am schönsten ist es wenn der Sonnenschein glitzernd im Meer reflektiert, dabei eindösen oder über Gott und die Welt quatschen und wir mitten drin, perfekt! Sobald die Sonne nicht mehr am höchsten steht, ist Volleyball angesagt bis die Sonne untergeht und der Himmel ein spektakuläres Farben- und Lichtspiel bietet. Irgendwann dann nach einer erfrischenden Dusche gehen wir in unser Lieblingsrestaurant, essen und diskutieren weiter bis dieses unglaublich pünktlich um 22.00 Uhr schliesst und wir in die Sunset Bar übersiedeln, ausser am Mittwoch, da geht die Crew fischen und es läuft gar nichts. Wir, das ist im harten Kern Wietske, René und ich. Und jeden Tag gesellen sich andere Leute hinzu, die alle einen interessanten Rucksack mit sich tragen. Anfangs waren wir fast alleine, mittlerweile beginnt jedoch die Hochsaison und so erreichen jeden Tag mehr Entspannungshungrige die Insel. Wietske und ich haben uns im Bus hierhin kennen gelernt und seit da teilen wir uns ein Doppelbett in einem herzigen Bungalow. Von unserer Veranda kann ich direkt auf das tiefblaue Meer schauen, kein Katzensprung davon entfernt. Und da sitze ich nun und tippe. René wohnt ein paar Bungalows weiter und ist ebenso seit dem ersten Abend unser Buddy. Er ist wie Wietske aus Holland, zwar doppelt so alt wie sie – er feiert dieses Jahr seinen 50. Geburtstag – ist sehr jung geblieben und hat als Dr. Psychologie viel gesehen, ebenso auf seinen vielen Reisen. Wietske ist seit vier Monaten unterwegs, erzählt Geschichten fast so lustig wie Dänälä und erlebt grad den Start einer Liebesgeschichte wie im Film, jedoch muss sie sich grad bisserl gedulden. Ich hätte mir für den Start meiner Reise keine bessere Gesellschaft wünschen können! Der Austausch mit den beiden ist sowohl persönlich, lustig als auch inspirierend und trägt dadurch ebenso viel zur  Faszination dieser Insel bei wie die atemberaubende Landschaft, die sowohl aus weissen Sandstränden als auch grün schwitzendem Dschungel besteht – insgesamt aber nichts bietet, was ich nicht schon gesehen hätte (verwöhnte Göre!) und zur Abwechslung gibt es weder Tuktuks noch Longtailboat-Taxis noch Rikschas noch Schnellboot-Taxis noch Seitenwagen-Rikschas, mit Motor- oder Fahrradantrieb sondern ganz normale Fahrräder. Diese bringen jedoch nicht so viel, denn von der einen Seite des Strandes zur anderen zu fahren, dauert wohl keine fünf Minuten. Und für unsere Wandertour durch den Dschungel nach Juara konnten wir sie auch nicht benutzen, da der Weg sogar mit Mountain Bikes eine Herausforderung gewesen wäre. Juara liegt auf der gegenüberliegenden Seite unseres Strandes. Hin und zurück dauert fast sechs Stunden, also mehr als nur ein kleiner Spatziergang! Während dieses Ausflugs haben wir erneut kleine Affen gesehen sowie Echsen, die schon fast so gross waren wie kleine Krokodile. Das war aber auch die einzige richtige Aktivität dieser Tage, denn sonst haben wir unglaublich nichts gemacht. Nicht mal gelesen habe ich! Denn auf dieser Insel kann man keine Bücher kaufen und nur eins gegen eins tauschen und mein Buch ist im Bus von Pulau Perhentian nach KL liegen geblieben, was völlig ok ist, denn ich denke nicht, dass es nach Seite 60 besser geworden wäre, ich hab das im Gefühl. Die Idee des Buches finde ich allerdings unterhaltsam: Durch eine Bluttransfusion erhält eine junge Frau das Wissen über Architektur und Kunst ihres Blutspenders... Nun, wenn das so einfach wäre, gäbe es wohl bloss Einsteins auf unserer Erde, oder? Und ich hätte dann zusätzlich gerne je noch ein bisschen Blut eines Dr. Informatik, eines Boxers und einer Tänzerin. Da ich also kein Buch habe, tue ich noch mehr nichts als die anderen. Wiederhole ich mich? Es tut mir leid, aber ich bin noch immer erstaunt, dass ich dies kann, einfach nichts tun. Und die Zeit vergeht trotzdem wie im Fluge! Nun ist aber genug nichts getan und wir machen und auf den Weg nach Singapur, wo Wietske, René und ich nochmals zwei Tage zusammen verbringen, bevor alle an einen anderen Ort in Indonesien fliegen und wohl ein bisschen Abenteuer suchen – und Wietske ihre neue grosse Liebe trifft.

Nun ja, diese Woche mag langweilig klingen, aber das war sie keine Sekunde, sie war einfach anders.

Ciao adios bye

Flavia

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