11. Juli 2011

Aufwärmen


Meine Lieben

Nach drei schönen und intensiven Tagen mit meinen Liebsten in Zürich, Fribourg und St. Gallen sowie einer tollen Bye Bye Party im Seebad Enge ging die Reise zum zweiten Mal los: Nach Quasifreinacht und Beinahverschlafen wurden Maurus und ich zum Flughafen chauffiert (danke Peller!) und checkten mit 90 Kilo Gepäck erfolgreich ein - um knapp zwei Stunden später in London mit English Breakfast inkl. Guiness endlich definitiv auf unsere gemeinsamen fünf Monate anzustossen. In San Diego angekommen, gingen wir direkt pennen, obwohl es erst knapp 20.00 Uhr war – Jetlag ahoi. Dafür waren wir am nächsten Morgen bereits kurz nach Sonnenaufgang wach und erkundeten die Gegend durch die Scheiben unseres gemieteten silbernen Jeep Liberty. Auf Coronado Island fanden wir dann irgendwann auch ein Restaurant, was früh öffnete und wir ein Bagel Frühstück geniessen konnten. Einmal mehr war ich erstaunt ab den überdurchschnittlich freundlichen Menschen, von deren Begrüssung ich das Gefühl hatte, dass sie mich bereits kannten. Und beeindruckt war ich auch ab der enormen Körperfülle vieler – auch wenn diese ja mittlerweile zum Allgemeinwissen gehört. Da die Sonne wunderprächtig schien, fuhren wir am Nachmittag der Küste entlang und machten uns ein Bild der verschiedenen Strände: Pacific Beach, Tourmaline und Wind and Sea. Viele Surfer waren unterwegs, erstaunlicherweise jedoch blieb Maurus relaxt, denn durch den Riesenschnitt in seinem Fuss durfte er noch nicht ins Wasser, auch wenn ich die sieben Nähte bereits professionell entfernt hatte. Und auch ich sollte nicht ins Wasser, weil sich an beiden meinen Knien Abszesse bildeten, die Ruhe brauchten, eklig aber wahr, und schmerzvoll. Es war Sonntag und ein Tag vor dem 4. Juli wodurch die Strände überfüllt waren mit Californier, die uns viel Beobachtungsopfer boten. Den Abend verbrachten wir mit Dusan und Monica, Freunden von Maurus, die mit ihren beiden Kids, Bianca und Luka, in Chula Vista wohnen. Auf dem Heimweg wären wir beinahe in Tijuana, Mexico, gelandet, weil wir in die falsche Richtung gefahren sind – und dabei wollten wir ja auf keinen Fall dahin weil es zur Zeit scheinbar sehr gefährlich ist - ursprünglich „planten“ wir ja da unser Auto zu kaufen. Und deshalb haben wir für morgens den nächsten Abend einen Flug online gekauft, direkt nach Cancún, Quintana Roo, Mexico. Um dort ein Auto zu kaufen, was einfacher sein sollte als in San Diego oder eben Tijuana. Bevor wir aber weitergeflogen sind, haben wir beinahe einen Tag in Little Italy verbracht, was lustigerweise an der India Street liegt. Maurus hat gearbeitet und ich habe bisserl zu Fuss die Umgebung und insbesondere die Hafengegend angekuckt. Obwohl San Diego auf den ersten Blick extrem normal und gesittet erscheint, habe ich einige sonderbare aber auch schöne Bilder gesehen, die ich wohl hätte für teuer verkaufen können. Leider hat meine Kamera aber bereits nach den ersten 15 Minuten die Batterie aufgegeben. In San Diego gibt es übrigens neben super grossen Autos auch Rikschas. Allerdings ist es da kein aussterbendes Geschäfts wie auf Pulau Perhentian sondern ein aufstrebendes: Studenten (darunter auch ein paar Damen mit schönen Beinen) scheinen so ihr Sackgeld aufzubessern und um mehr Kunden zu gewinnen, sind die Rikschas häufig auch mit Ghetto Blaster ausgestattet und bunten Plüschpolster oder Leopardenmuster, ziemlich cool. Und verirren kann man sich in San Diego Down Town eigentlich auch nicht, denn die Strassen sind ja alle schön quadratisch angeordnet, aber auch bisserl langweilig. So sind wir am Abend definitiv weitergeflogen um in Cancún unseren Mexico-Gangster Ulises zu treffen, der wiederum ein Freund eines Freundes von Maurus ist. Wer ist nun da der Gangster, hm? Wie auch immer, Ulises sieht nur bisserl so aus, war aber so nett uns rumzufahren und uns alle möglichen und unmöglichen Orte zu zeigen, wo wir ein unauffälliges geländefähiges Gefährt finden könnten. Gar nicht so einfach und so sind wir geschlagene vier Tage in Cancún rumgehangen, was irgendwie nicht wirklich unserem Geschmack entsprach. Speziell nicht wenn es so sehr regnet, dass sich die Strassen in Flüsse verwandeln. Aber der Fussball-Abend mit dem U17 WM Spiel (Mexico hat schlussendlich gewonnen, juhui!) in einer typisch mexikanischen Bar bei der Plaza de los Torros war definitiv lustig sowie Edgar und Jaqueline, die er uns vorstellte. Ulises musste dann wohl doch noch arbeiten oder hatte nicht mehr so Lust und so sind wir alleine losgezogen, an den letzten Platz, wo coches seminuevos (ja, wir geben uns Mühe mit dem Spanisch) verkauft werden. Wieder nix! Bisserl frustriert sind wir in ein Taxi gestiegen und Gustavo, der Fahrer, hat uns aufgeheitert. Er hat sofort seine Hilfe angeboten und siehe da, noch ein Abstellplatz. Patty, die darauf arbeitet, nahm sich unser ebenso an und kurz darauf erhielt Gustavo einen Anruf – wir waren bereits wieder am rumfahren und rumschauen, welche passenden Autos wohl ein Dollarzeichen auf der Heckscheibe hätten: Patty hat jemanden gefunden, der seinen Ford Explorer aus dem Jahr 2002 verkaufen will, 4x4 ganz wichtig! Auf dem Parkplatz des Cash & Carry war Treffpunkt und wir sahen unser zukünftiges Heim zum ersten Mal. Nun ja, Liebe auf den ersten Blick ist wohl übertrieben, aber es war schnell klar, dass wir dieses Auto kaufen werden. Und so war es an uns, das gute Stück zu bezahlen. Guten Mutes liefen wir in die erste Bank und ich sagte freundlich mein Sätzchen auf: „Quiero tomar mucho dinero para comprar un coche, por favor!“ Fragende Blicke waren die Antwort. Alle meine Karten waren hier unbekannt. Schön! Und aus dem ATM sagten uns alle, kriege man nur 5'000 Pesos pro Tag und Karte, was ca. 450 CHF entspricht. Hahaha! So lange wollten wir eigentlich nicht mehr in Cancún bleiben. Probieren geht über Studieren und so leerte ich erstmals meine Traveler Cash Karte bis ich merkte, dass man auch mehr als 5'000 Pesos per Mal rauslassen kann und dadurch erst noch Comissions spart. What ever, auch meine ZKB-Karte gab mir mehr als 5'000 Pesos pro Tag und somit konnte der Deal doch noch am selben Tag geschlossen werden und wir fuhren Gustavo mit eigenem Auto zum Strassenverkehrsamt hinterher, das bei unserer Ankunft bereits geschlossen hatte. Aber wenigstens schafften wir es, kurz vor Weekendanbruch noch eine Versicherung abzuschliessen und uns mit allem Nötigen auszustatten, so dass wir am nächsten Tag in Richtung Playa del Carmen und Tulum aufbrechen konnten, um endlich unsere Reise so richtig zu starten, dachten wir zumindest. Aber dazu mehr ein anderes Mal!

Ciao adios bye

Flavia

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